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Ankommen. Regenschirme auspacken. Das Kanzelwandhaus steht auf dem Plan.

Heute mal wieder das Thema, ich will wandern, aber es regnet so sehr, dass ich es mir einfach nicht vorstellen kann auf einen Berg zu steigen. Sorry, das schaffe ich einfach diesmal nicht. Eigentlich sonst kein Problem, aber irgendwie fehlt dazu gerade einfach der Motivationskick. Ganz anders ist es, wenn man in den schon oben auf dem Berg ist und es regnet ein paar Tage. Da muss man dann einfach durch. Aber so, siegt die Bequemlichkeit.

Also was  können wir nun machen? Unser Kompass Allgäu und Allgäuer Alpen Wanderführer zeigt uns eine nette kleine Tour zum Kanzelwandhaus an, die so mit ca. 3 Stunden angesetzt ist. Das schaffen wir. So scheint es.

Unser Hotel (das Hotel Schwand, im übrigen eine Empfehlung, da nicht allzu teuer, gutes Essen und hübsche Zimmer) liegt ja im Naturschutzgebiet zwischen Oberstdorf und Fellhorn, also recht praktisch. Regenschirme, wetterfeste Kleidung an, Kompass Wanderführer eingepackt und ab in den Regen.

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Gemütlich spazieren wir Richtung Fellhornbahn, um von dort auf einen hübschen Waldpfad einzubiegen. Davor noch kurz überlegt, ob wir nicht doch lieber auf das Fellhorn hochfahren und dort oben einfach den Ausblick (in die Regenwolken) genießen sollen. Auf dem Weg begegnen uns, wie so oft, ein paar zuckersüße Kühe. Ich muss ehrlich sagen, egal wie oft ich Kühe sehe, ich finde sie immer wieder total putzig und muss auch immer Fotos machen. Deshalb gehen wir doch lieber den Kuhweg und verzichten auf die Seilbahnfahrt.

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Danach ging es in den Wald. Wurzeln, Zickzack Holzstiege wechselten sich ab. Bis wir dann einen Kletterfels, den Laiterstein, entdeckten, der erstmal inspiziert werden musste. Jörg ist Kletterer und immer auf der Suche nach neuen Felsen. Und diesen kannten wir in der Tat noch nicht. Gut so spektakulär ist der Fels nicht, aber…

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Hier ein paar Details zum Fels:

  • Kleiner Felsblock im Wald, der von mehreren Seiten beklettert werden kann. Eher leichtere Routen an plattigem bis leicht überhängendem aber henkeligem Fels.
  • Schwierigkeit bis VIII (sächische Skala)
  • Alle Infos, wie z.B. wie ihr hinkommt, Geodaten etc. findet ihr hier.
  • Regengeschützt, da im Wald gelegen

Wir hatten aber ja nichts zum Klettern dabei, so dass es bei ein paar Erinnerungsbildern blieb. Auf dem weiteren Weg wurden wir von dem schönen Rauschen eines Wildbachs begleitet. Nachdem wir nun das Wurzelwerk hinter uns gelassen hatten, kamen wir an eine Wegkreuzung. Links zur Kanzelwand und rechts Richtung Bergasthof Laiter. Kurz auf die Karte geschaut, dann nochmals in den Himmel, und spontan entschieden, dass es nicht weiter nach oben gehen sollte, sondern eher wieder nach unten. So führte uns der Weg zu unserem ersten Zwischenstop, dem Gasthof Laiter.

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Ein Käsekuchen, ein Kaffee und eine Holunderblütenschorle entschädigten uns für die klamme Wanderung. Von dort kommt man relativ schnell wieder nach Schwand.  Ein bißchen frustrierend aber so probierte ich zumindest auch heute die Infrarotkabine für meinen leidigen Rücken aus und Jörg machte mit Sicherheit einen pre-Abendessen-Schlaf.

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Alles in allem wurden wir dann bei unserem Abendessen für den etwas komischen Tag entschädigt. Anfahrt, kleine Regenwanderung. Deftiges Berggasthof Essen gepaart mit Allgäuer Gastfreundschaft. Ein schöner Ausklang für diesen Tag.

Da ich die beiden nächsten Tage schon gepostet habe (fand ich einfach spannender zu posten), könnt ihr quasi eh die Reise gleich weiterverfolgen:

Was macht ihr, wenn euer Ausflug buchstäblich ins Wasser fällt?

Falls es euch interessiert, wie unsere geplante Route verlaufen wäre, dann kommen hier die Facts:

  • Länge: 8,25 km
  • Dauer: 3 Stunden
  • 616 Höhenmeter rauf und 616 Höhenmeter wieder runter
  • Startpunkt: Faistenoy/Fellhornbahn. Wer nicht in Schwand wohnt kommt ganz leicht zur Fellhornbahn: von Oberstdorf mit dem Bus, oder aber mit dem Auto. Parkplätze sind ausreichend vorhanden.
  • Die Tour hat am Anfang einen steilen Anstieg durch Wald und Wurzeln (das haben wir bemerkt), danach soll es recht umgänglich im Anstieg sein.
  • Einkehr ist auf dem Kanzelwandhaus möglich
  • Wanderführer: Kompass Allgäu, Allgäuer Alpen von Herbert Mayr, ISBN: 978-85026-943-8. Kostenpunkt: 14,99 €
    Bestellen könnt ihr den Reiseführer hier. Ebenso ist eine Wanderkarte ein Bestandteil des Ensembles. 50 Routen im Allgäu sind dort integriert. Alles von leicht bis schwer. Beim nächsten Allgäu Besuch steht auf jeden Fall die Route 19 „Über das Gottesackerplateau“ und die Route 22 „Mindelheimer Hütte“ auf dem Programm. Die Touren sind total einfach und gut beschrieben. Deutlich wird, wann es anstrengend wird und wo man einkehren kann. Es gibt auch die GPX-Daten zum Download, so dass man auch hier gut versorgt ist. (Nutzen wir zwar nicht, aber mal sehen, ob das noch kommt. Wir müssten uns eben damit mal beschäftigen…) Alles in allem ein prima Wanderführer.

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  • ABER: wir hatten eine wasserfeste Karte dabei, die  wir wirklich ausgiebig gefeiert haben. Auch von Kompass. Die ist wirklich super. Bei Regen oder aber, wenn man etwas schusselig ist und gerne mal ein Glas umwirft, ist sie super praktisch. Kann ich nur empfehlen.

 

Ein herzliches Dankeschön an Kompass, denn ich habe den Wanderführer und die Karte zur Verfügung gestellt bekommen. Es hat sich gelohnt.